Einen Campingplatz zu pachten ist für Quereinsteiger attraktiv: Die Nachfrage nach Camping ist hoch, viele Plätze gehören Gemeinden, die einen Betreiber suchen, und der Einstieg braucht weniger Kapital als ein Hotel. Trotzdem ist ein Campingplatz ein echter Betrieb mit Technik, Personal und Saisonrisiko.
Wer verpachtet Campingplätze?
- Gemeinden und Städte, denen der Platz gehört und die einen privaten Betreiber suchen – oft per Ausschreibung
- Private Eigentümer, die selbst nicht mehr betreiben wollen
- Betreiber im Ruhestand, die einen Nachfolger suchen
Gemeindeplätze werden meist öffentlich ausgeschrieben. Dort zählt neben der Pacht oft auch dein Konzept: Was machst du für Tourismus und Ortsbild?
Was du vor dem Pachten prüfen musst
| Bereich | Fragen |
|---|---|
| Genehmigungen | Ist der Platz nach der Camping- und Wochenendplatzverordnung des Landes genehmigt? Gibt es Auflagen? |
| Stellplätze | Wie viele Plätze für Touristen, wie viele für Dauercamper? Wie lange laufen deren Verträge? |
| Sanitär und Wasser | Zustand der Sanitärgebäude, Trinkwasser, Abwasser, Ver- und Entsorgung für Wohnmobile |
| Strom | Reicht die Anschlussleistung für alle Stellplätze, besonders im Hochsommer? |
| Gastronomie | Gehören Kiosk, Imbiss oder Restaurant dazu? Mit eigener Erlaubnis? |
| Gebäude | Rezeption, Wohnung für den Betreiber, Lager, Mietunterkünfte |
| Saison | Wann ist geöffnet, wie verteilt sich der Umsatz über das Jahr? |
Dauercamper: Stabilität und Bindung
Dauercamper bringen planbare Einnahmen über die ganze Saison. Gleichzeitig übernimmst du bestehende Verträge und eine gewachsene Gemeinschaft mit eigenen Erwartungen. Lass dir alle Dauercamper-Verträge vorlegen: Laufzeit, Preise, Kündigungsfristen, Sonderabsprachen.
Pachtmodelle und Kosten
Üblich sind Festpacht, Umsatzpacht oder eine Mischform. Bei Gemeindeplätzen wird die Pacht oft im Ausschreibungsverfahren angeboten oder verhandelt. Wichtig ist die Abgrenzung der Investitionen:
- Wer zahlt die Sanierung der Sanitärgebäude?
- Wer erneuert Stromverteiler und Wasserleitungen?
- Wem gehören Mietunterkünfte, Pods oder Mobilheime, die du anschaffst – und was passiert damit am Vertragsende?
Rechne mit realistischer Auslastung, nicht mit dem Rekordsommer. Hilfe: Pachtzins und Pachtrechner.
Ablauf in 5 Schritten
- Plätze und Ausschreibungen sammeln – Gemeindeseiten, Tourismusverbände, Gastro-Portale
- Platz besichtigen, am besten in der Saison und mit Gesprächen mit Dauercampern
- Zahlen anfordern: Übernachtungen, Umsatz nach Bereichen, Energie- und Wasserkosten
- Konzept und Angebot erstellen – bei Gemeinden oft mit Investitionsplan
- Pachtvertrag prüfen lassen – siehe Pachtvertrag
Häufige Fragen
Brauche ich für einen Campingplatz eine Gaststättenerlaubnis?
Für den Platz selbst nicht. Für einen Kiosk oder ein Restaurant mit Alkoholausschank gelten die Regeln des Bundeslandes. Mehr: Gaststättenerlaubnis
Kann ich einen Campingplatz ohne Erfahrung pachten?
Gesetzlich ja, praktisch ist es riskant. Erfahrung in Gastgewerbe, Technik oder Kundenservice hilft, und viele Gemeinden achten bei der Vergabe darauf.
Lohnt sich ein Campingplatz mit Gastronomie?
Gastronomie kann den Umsatz pro Gast deutlich erhöhen, bringt aber zusätzlichen Personal- und Organisationsaufwand. Rechne beide Bereiche getrennt.
Unterstützung bei deiner Bewerbung
Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir auf die Ausschreibung, die Zahlen und dein Konzept – und ob der Platz zu dir passt.